Die MCLI hat einen neuen Priester: Dr. Romano Gajo

Versöhnung lautet eines seiner Ziele.
1. November 2026 · Region Biel
Christian Grass
Christian
Grass
Kommunikationsbeauftragter

Text: Christian Grass

 

Die Würfel der Entscheidung sind am 27. Oktober 2026 in Biel gefallen: Der Kirchgemeinderat (8 Mitglieder) hat Don dott. Romano Gajo zum neuen Priester für die Italienische Mission gewählt. Der «Spätberufene» weiss um die Schwierigkeiten der MCLI. Versöhnung lautet eines seiner Ziele.

Ist es ein Zeichen eines positiven Neubeginns in der MCLI? Ein Mann wurde vom Kirchgemeinderat Biel zum neuen Priester gewählt, der einen durchaus interessanten Lebenshintergrund in seine Aufgaben einbringt: Romano Gajo erblickte am 06. Mai 1970 in St. Imier im Berner Jura das Licht der Welt und wurde erst 41 Jahre später zum Priester geweiht. Der «Spätberufene» ist Kind eines italienisch-amerikanischen Einwanderers und seiner Mutter mit französisch-schweizerischer Herkunft.

Von klein auf wuchs er in einem multikulturellen Umfeld auf. Sein Vater engagierte sich stark in der italienischen Mission von Saint-Imier. Das Leben als «Secondo» prägte ihn. Seine unterschiedlichen Ausbildungen, Berufe und der fortwährende, enge Kontakt mit Menschen zeichnen jene Lebenslinien, die ihn als Priester heute interessant machen.

Bevor er im Jahr 2009 seine theologische Doktorarbeit unter dem damaligen Bischof und heutigen Kardinal Kurt Koch verfasst hat, war er beruflich vielseitig unterwegs: Coiffeur, Radiomoderator und eine harte Ausbildung und vielfältige Tätigkeit im Schweizer Militär forderten ihn, zuletzt als leitender Offizier mit dem Dienstgrad eines «Oberst im Generalstab».

Dr. Romano Gajo hatte im Jahr 1999 ein Jahr der Berufungsfindung am LGF-Seminar in Villars-sur-Glâne eingelegt. Fünf Jahre Theologiestudium als Seminarist folgten. Zum Diakon wurde er am 14. November 2010 geweiht. Die Priesterweihe folgte am 05. Juni 2011.

Über sich selbst sagt Romano Gajo auf unsere Frage hin, welche Werte und welche Ausrichtung er in seine pastorale Arbeit lege:

«Zuhören, Transparenz, Wohlwollen gegenüber Unterschieden und die Offenheit fördern; entscheidend ist auch, die Charismen jedes Einzelnen zu entwickeln, um sie zum Wohle der gesamten Gemeinschaft einzusetzen; eine klare Struktur und Komplementarität in den Funktionen mit eigenen und anerkannten Kompetenzen zu schaffen; dafür zu sorgen, dass sich jede und jeder im Geist der Synodalität willkommen und anerkannt fühlt.»

Romano Gajo, der Priester mit einem bunten Curriculum und einer starken Menschlichkeit, mag und schätzt die Mission: «Die Erfahrung, die ich in der Mission gemacht habe, war das Gefühl, Teil einer grossen, sehr vielfältigen und eng verbundenen Familie zu sein.»

Romano Gajo Text

Don Romano Gajo ist ab dem 1. November 2026 Priester der MCLI in Biel/Bienne.

Steckbrief und Höhepunkte: Romano Gajo

Seine späte Berufung als Priester lebte er elf Jahre lang als Pfarrer der Seelsorgeeinheit „Les Sources“ (Porrentruy und Umgebung) und fünf Jahre lang Pfarrer der Seelsorgeeinheit „Saints Pierre et Paul“ (Delémont und Haut-Plateau).


Was sagen andere aus den Gemeinden über ihn?

«Sie beschreiben mich als einen Pfarrer, der zuhört und im Dienst der Gemeinde steht».


Ein Soldat wurde Pfarrer – was ist ihm (genau deswegen) wichtig?

«Für mich als ehemaliger Soldat ist der Begriff ‘Mission’ wichtig; ich sehe meine Rolle als Pfarrer darin, im Namen Christi gesandt zu sein, und nicht als Herrscher und Eigentümer der Gemeinde».


Welche Aufgaben im Handwerk, als Radiomodertor und in der militärischen Laufbahn waren prägend?

Kurz: «Bildung, Wissensvermittlung, zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikation begeistern mich».

Konkret(er): In den Jahren 1987–1990 moderierte Gajo eine wöchentliche Sendung bei Radio Jura Bernois und wirkte gelegentlich als Moderator bei der Sendung „La ligne de cœur“ auf RTSR mit.

Seine Abschlüsse und Ausbildungen Eidgenössisches Meisterdiplom als Coiffeur - Lehrmeister- Brevet als Offizier der Rettungstruppen - Diplom der Militärkurse KOMKA 1/2 (Kurse für höhere Offiziere der Armee mit den Schwerpunkten zwischenmenschliche Kommunikation, Umgang mit den Medien, Analyse nonverbalen Verhaltens; NLP usw.)

SFT-B-Abschluss (Ausbildung zur Vorbereitung auf die Tätigkeit als höherer Offizier des Generalstabs in einer großen Einheit) - Militärischer Dienstgrad: Oberst.

In der Theologie: Kanonisches Lizentiat in Theologie (2005) - Kanonisches Doktorat in Theologie (2009)

 

Theologische Aufgaben:

  • 2012–2020: Ernennung zum Pfarrer in der Seelsorgeeinheit „Les Sources“. – Ernannt von Bischof Felix Gmür, dem Vorsitzenden des Presbyterkapitels.
  • 2013–2021: Ernennung zum Leiter des Dienstes für Befreiung und Exorzismus für den französischsprachigen Teil der Diözese Basel.
  • 2020: Ernennung zum Pfarrer der Seelsorgeeinheit „Saints Pierre et Paul“ (Delémont und Dörfer des Plateaus).
  • 2022: Ernennung zum Seelsorger des Vereins der Hospitaliers-ères du Jura sowie der Kranken in Notre-Dame-de-Lourdes. Kanonisches Lizentiat - in seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat er sich auf die Religionspädagogik für Jugendliche spezialisiert.

 

Romano Gajo – auch ein Dozent an der Universität?

Ja, an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg wurde er eingestellt. Seine spezifischen Lehrgebiete sind: Psychologie und Religionspädagogik, Missionswissenschaft und Homiletik.

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