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Sozialdienst der Stadt Biel: multikulti und sozialer Brennpunkt

Layal Ismail und Daniela Boschetti stehen hier ihren Mann

Text: Christian Grass

 

Biel hat viele Gesichter: Uhrenstadt, Industriestadt, Hockeystadt, Kulturstadt. Jeder Dritte in Biel hat keinen Schweizer Pass: 35,2 % Ausländeranteil in der Wohnbevölkerung. Biel ist multikulti. Nicht irgendwo am Stadtrand, sondern mitten im Zentrum. Der Fotograf Enrique Muñoz García hat dies in einem grossartigen Bildband festgehalten.

Die römisch-katholische Kirche in Biel ist auch ein religiös-kultureller Hotspot in vier Sprachen. Mittendrin arbeiten zwei Damen, die jeden Tag mit der heterogenen Gesellschaft in Biel konfrontiert sind: Daniela Boschetti und Layal Ismail, eine Tessinerin und eine Libanesin. Das Duo im Sozialdienst setzt sich in der Kirche Bruder Klaus für das Wohl all jener Menschen ein, denen es nicht so gut geht.

„In Biel ist die Sozialhilfequote viel höher als in allen anderen, grösseren Schweizer Städten“, konstatiert der Sozialdirektor Beat Feurer im Bieler Tagblatt.

Viele Menschen brauchen unterschiedliche Hilfe

„Menschen kommen zu uns, die finanzielle Probleme haben“, sagt Layal und Daniela ergänzt: „Diese Menschen verfügen über ein Minimum, aber wenn Zahnarztkosten oder hohe Krankenkassenfranchisen dazu kommen, fehlt das Geld,“ ergänzt Daniela. Die beiden Fachexpertinnen prüfen die Situation und suchen nach Lösungen, die Probleme „effektiv zu bewältigen: inhouse oder mit Hilfe anderer Organisationen,“ sagt Layal. „Und alles streng vertraulich und unter den Geboten des Datenschutz“, bemerkt Daniela.

Die Lebenssituation derer, die Daniela und Layal aufsuchen, ist unterschiedlich schwierig: „Manche Menschen brauchen administrative Unterstützung, da sie sprachliche oder kognitive Probleme haben. Es gibt auch solche, die sich gar nicht mehr an den Briefkasten trauen. Wir öffnen deren Post für diese Leute und sichten die behördlichen Forderungen und versuchen zu helfen.“ Hilfeleistungen in Deutsch, Französisch, Italienisch, Arabisch und Englisch bestimmen den Alltag von Daniela Boschetti und Layal Ismail in der Kirche Bruder.

Viele Menschen in einer multikulturellen, sehr bunten Stadt, wie Biel, wo das soziale Gefälle gross ist, brauchen Hilfe, Anleitung, Unterstützung: Daniela Boschetti und Layal Ismail sind ein Duo, zwei Expertinnen für soziale Dienste, die in der Pfarrei Bruder Klaus arbeiten. Welche Menschen suchen sie in der Pfarrei Bruder Klaus in Biel auf?

Das Arbeitsamt zahlt zu spät aus – kann die katholische Kirche Biel rasch helfen?

„Eine neue Gruppe sind Menschen, die arbeitslos sind. Aufgrund eines Software-Problems haben die Arbeitslosenkassen die Auszahlung an ihre Kunden verzögert überwiesen. Auch diese Menschen kommen zur katholischen Kirche, um nicht nur finanzielle Hilfe zu erbitten.“, erklärt Daniela Boschetti.

„Viele Menschen, gerade aus dem Ausland, kennen ihre Rechte nicht“, erklärt Layal Ismail. Damit meint sie die sozialen Rechte, die wir alle in Anspruch nehmen können: Die Invalidenversicherung, oder das hilfreiche Halbtax-Abonnement. Das Wissen um das „Recht auf Hilfe in Notlagen“ (Art 12 BV), soziale Sicherheit und Bildung, ist wichtig. All diese Rechte müssen die beiden Sozialdienstmitarbeiterinnen kennen, um Menschen zu beraten.

Erst mal nicht zum Sozialamt – die katholische Kirche ist vernetzt und hilft!

„Andere wiederum kommen, weil sie arbeiten möchten, weil sie sich in die Gesellschaft integrieren wollen. Sie gehen nicht zu einem Sozialamt, das Wartezeiten zur Aufnahme kennt, sondern sie kommen zur katholischen Kirche. Der Sozialdienst in Biel arbeitet sehr vernetzt, auch, um die finanziellen Notlagen Einzelner aufzufangen. Aber auch, um die Menschen an verschiedene Fachstellen zu vermitteln.

 

Die beiden Frauen vom Bieler Sozialdienst

Layal Ismail und Daniela Boschetti vom Bieler Sozialdienst. Foto: Christian Grass

Synergien – Der Sozialdienst Biel ist gut vernetzt

Im Dachverband der sozialen Institutionen (DSI) sind unterschiedliche

Organisationen vertreten, mit denen der Sozialdienst in Biel für ganz unterschiedliche, menschliche Schicksale arbeitet: Mal geht es darum, dass ein Klient den Führerschein zum Bus-Chauffeur nicht selbst finanzieren kann, mal geht es darum, dass Daniela Boschetti und Layal Ismail selbst informiert werden wollen zu den aktuellen Themen und den aktuellen Entwicklungen in sozialen Angelegenheiten. Der Dachverband arbeitet auch mit der katholischen Kirche Biel und Umgebung zusammen, um elementare Synergien zu schaffen.

Daniela und Layal sind für Menschen da. Sie hören zu, sie prüfen, ordnen Situationen ein, vermitteln Menschen an Fachstellen und helfen mit finanziellen Überbrückungen aus.

Weiter Informationen, Termine und Anfragen, siehe nachfolgenden Link:

Who is who?

Daniela Boschetti stellt sich vor:

«Mein eigener Rucksack für diese anspruchsvolle Aufgabe ist sowohl akademisch als auch durch jahrzehntelange Praxis im staatlichen, medizinischen und militärischen Sozialwesen geprägt.»

  • Master in Sozialarbeit und Sozialpolitik an der Universität Fribourg abgeschlossen
  • Weiterbildungen
  • Sozialdienst der Armee
  • Sozialberatung Inselspital Bern
  • Sozialberatung im Sozialdienst Bern
  • Sozialhilfe für Auslandschweizer
  • Offizier der Schweizer Armee bis 2016 (Spitalsanitätsdienst, Psychologisch-pädagogischer Dienst, Militärrichterin, Care-Team)
  • Private Unterstützung und Begleitung als Beiständin der 93-jährigen Tante

Layal Ismail stellt sich vor:

«Durch meinen akademischen und beruflichen Werdegang habe ich fundierte und vielfältige Kompetenzen erworben, die mich besonders für anspruchsvolle Aufgaben qualifizieren.»

  • Bachelor in Rechnungswesen
  • Fachausweis Migrationsspezialistin
  • Derzeit: Eidgenössischer Fachausweis als Sozialversicherungsspezialistin
  • Beruflich: Integrationsprojekte der Stadt Biel
  • Leitung Katholischer Sozialdienst Biel
  • Initiativen und Hilfen für das Heimatland, den Libanon im derzeitigen Krieg
  • Kinder und Familie
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