Unter den Gewölben der Kirche Sainte-Marie erhielt das Fest Mariä Himmelfahrt, das am Sonntag, dem 17. August 2025, gefeiert wurde, in diesem Jahr eine besondere Note. Getreu der Bieler Tradition der Offenheit und Vielfalt brachte die Messe die Gemeinde in vier Sprachen zusammen, als wolle sie zum Ausdruck bringen, dass der Glaube Grenzen überschreitet und dass Maria, die universelle Mutter, zu jedem einzelnen Herzen spricht.
Die Liturgie wurde von Abbé François-Xavier Gindrat in feierlicher Atmosphäre zelebriert, unterstützt von Diakon Daniel Lattanzi, Don Luciano, Don Marcelo und Stephan Herbst. Gemeinsam verliehen sie der Feier einen zutiefst gemeinschaftlichen Charakter, in dem jede Stimme, jeder Akzent und jedes Gebet seinen Platz fand.
Die Vier-Sprachigkeit war nicht nur eine Frage der Worte, sondern eine spirituelle Erfahrung. Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch folgten aufeinander und vermischten sich manchmal wie die Fäden eines einzigen Stoffes. Die Lieder trugen diese Harmonie und hallten in der Gemeinde mit einer Intensität wider, die daran erinnerte, dass die Kirche von der Vielfalt ihrer Mitglieder lebt und durch ihre Kulturen bereichert wird.
Das Fest Mariä Himmelfahrt, das den Eintritt Mariens in die Herrlichkeit Gottes feiert, fand in diesem Zusammenhang einen besonderen Widerhall. Mit dem Blick auf sie waren die Gläubigen eingeladen, sprachliche und kulturelle Unterschiede zu überwinden, um sich in derselben Hoffnung zu vereinen. „Maria versammelt uns und geht uns voraus“, erinnerte Abbé Gindrat in seiner Predigt und betonte, wie sehr die Gestalt der Jungfrau Maria eine Quelle des Trostes und der Kraft für das Volk Gottes bleibt.
Diakon Daniel Lattanzi trug dazu bei, die Feier im Alltag der Gemeinde zu verankern, und erinnerte daran, dass der Glaube nicht an den Mauern der Kirche endet, sondern in der Begegnung, im Dienst und in der Zuwendung zu anderen gelebt wird. Die Beiträge von Don Luciano und Don Marcelo verliehen der Feier einen brüderlichen Geist aus Italien und Lateinamerika, als Zeichen für die Universalität des Evangeliums. Stephan Herbst trug seine Stimme zu dieser geistlichen Vielstimmigkeit bei und hob den Reichtum der pastoralen Zusammenarbeit in der Pfarrei hervor.
Am Ende der Feier herrschte das Gefühl einer gelebten, greifbaren Einheit. Jeder hatte in seiner Sprache gebetet, doch alle hatten dieselbe Botschaft vernommen: Der Glaube verbindet über alle Unterschiede hinweg. Das Lächeln, die Gespräche und die herzliche Atmosphäre, die sich beim Verlassen der Kirche breitmachten, waren der beste Beweis dafür.
In einer Welt, die oft von Spaltungen geprägt ist, war diese viersprachige Messe zu Mariä Himmelfahrt ein starkes Zeichen: Wenn die Stimmen gemeinsam zu Gott emporsteigen, bilden sie ein einziges Gebet, eine einzige Kirche.