Geheimnisvoll verbunden
Dieses Sakrament geht auf ein zentrales Ereignis im Leben Jesu zurück. Davon erzählt uns die Bibel. Am Abend vor seinem Tod hat Jesus bei einem festlichen Mahl Brot und Wein gesegnet und mit seinen Freundinnen und Freunden geteilt. Dabei hat er etwas gesagt, das sehr geheimnisvoll klingt: «Dies ist mein Leib», sagte er, als er das Brot verteilt hat. «Dies ist mein Blut» waren seine Worte, als der Becher mit Wein in der Runde herumgereicht wurde. Was sollte das bedeuten? Jesus hat damit sich selbst gemeint. Brot und Wein sind die sichtbaren und gleichzeitig geheimnisvollen Erkennungszeichen für seine Person, seine Worte und Taten, seine Freundschaft, seinen Tod und seine Auferstehung. Für immer. Auch über das Leiden und seinen Tod hinaus. Bis heute. Dieses «Geheimnis des Glaubens» feiern wir im Sakrament der Eucharistie.
Für glaubende Menschen sind die Zeichen von Brot und Wein ein grosser Vertrauensbeweis. «Tut dies zu meinem Gedächtnis», sagte Jesus am Schlussdes festlichen Mahls. Das ist sein Auftrag. Damit legt Jesus sein Erbe, sein Vermächtnis in die Hände seiner Jüngerinnen und Jünger. So gross ist sein Vertrauen in sie – und zu uns.
Eucharistie ist ein griechisches Wort. Übersetzt heisst es: Danksagung. Zusammen das Sakrament der Eucharistie zu feiern, bedeutet deshalb vor allem: Danken! Glaubende Menschen sagen Danke für den Vertrauensbeweis, der sie mit Jesus verbindet, auch wenn sie ihn nicht sehen.
Aber in der Feier der Eucharistie sind glaubende Menschen nicht nur mit Jesus Christus verbunden. Verbunden sind sie auch untereinander – mit allen, die mit ihnen zusammen am Tisch sitzen, und mit allen, die sich weltweit Jesus anvertrauen. Das Sakrament der Eucharistie webt ein geheimnisvolles Band zwischen Menschen.
Der Mensch lebt nicht vom Wort allein
Wenn glaubende Menschen das Sakrament der Eucharistie miteinander feiern, sind sie vielfach und geheimnisvoll miteinander verbunden. Eine neue Gemeinschaft entsteht. Deshalb nennen wir das gemeinsame Feiern der Eucharistie auch Kommunion. Kommunion, ebenfalls ein griechisches Wort, heisst Gemeinschaft. In dieser neuen Gemeinschaft erfahren glaubende Menschen Vertrauen, Geborgenheit und Solidarität.
Die geheimnisvolle und innige Verbundenheit mit Jesus Christus und untereinander in der Kommunion bleibt nicht ohne Folgen. Durch diese Stärkung beginnen glaubende Menschen, ihr Leben zu verändern. Mehr und mehr richten sie es am Vorbild von Jesus Christus aus.
Das Sakrament der Eucharistie wird immer wieder gefeiert, vor allem am Sonntag. Denn das ist der Erinnerungstag an die Auferstehung von Jesus. Glaubende Menschen versammeln sich an diesem Tag zum Gottesdienst, zur Eucharistiefeier. Sie erinnern sich daran, wie Jesus gelebt hat, was er gesagt und ihnen ans Herz gelegt hat. Sie erinnern sich an den Tod Jesu und an seine Auferstehung, und sie teilen Brot und Wein. Diese Stärkung gibt ihnen Kraft für ihren weiteren Weg.
In der katholischen Kirche wird nicht nur am Sonntag, sondern auch an anderen Tagen der Woche das Sakrament der Eucharistie gefeiert, allerdings nicht überall und auch nicht an jedem Tag.
Im Laufe der Zeit hat – in der katholischen Kirche - vor allem das Brot der Eucharistiefeier eine besondere Bedeutung und Verehrung erfahren. Imsichtbaren Zeichen des Brotes erkennen glaubende Menschen die unsichtbareGegenwart von Jesus Christus. In diesem Sinn ist das Brot der Eucharistie «verwandelt»; es ist kein gewöhnliches Brot mehr. Manchmal nennt man es deshalb auch «eucharistisches Brot» oder «hl. Kommunion». Wenn vom eucharistischen Brot etwas übrigbleibt, wird es an einem besonderen Ort aufbewahrt und in einer späteren Feier wieder verteilt. Aus diesen Gründen wird meistens kein gewöhnliches Brot für das Sakrament der Eucharistie verwendet, sondern Hostien - flache, aus Mehl und Wasser hergestellte Oblaten.