Vertrauen im Dunkel des Lebens
Glauben ist Vertrauenssache. Doch das Vertrauen in Gottes Nähe und Zuwendung kann ins Wanken geraten, wenn es schwer wird im Leben. Wieder neu einschwingen zu können in dieses Vertrauen, das stärkt und trägt. Das feiern wir in der Krankensalbung.
Die Krankensalbung stärkt und unterstützt Menschen in ihrem alltäglichen Leben, besonders in Zeiten von (schweren) Krankheiten, von belastenden Situationen, wenn vieles ausweglos erscheint. Sie knüpft damit an Traditionen an, die seit den Anfängen des Christentums praktiziert und weitergegeben wurden: das Gebet für Kranke und die Salbung mit duftendem Öl.
Gesalbt zu werden, ist wohltuend, entspannend und kräftigend. So wird in der Salbung sinnlich erfahrbar, worauf glaubende Menschen vertrauen: dass Gott selbst wohltuend wirkt, tröstend, aufrichtend, kräftigend. In der achtsamen Zuwendung der anderen erahnen Menschen, dass sich ihnen Gott selbst heilsam zuwendet und sie begleitet auf ihrem Weg durch alles Schwere.
Die Feier der Krankensalbung wird von verschiedenen Gebeten begleitet. Bei der eigentlichen Zusage des Sakraments legt der Priester einem Menschen die Hände auf, salbt seine Hände und die Stirn mit dem duftenden Krankenöl und betet für die Person. Oft wird die Krankensalbung individuell gespendet, je nach Situation beispielsweise zu Hause oder im Altersheim. Dabei können die speziellen Erfahrungen und Bedürfnisse der Person sowie jener Menschen, die ihm beistehen, gut zur Sprache kommen.
Als besonders verbindend wird die Feier der Krankensalbung erlebt, wenn sie im Gottesdienst gefeiert wird. Sie ist dann sichtbare und spürbare Solidarität und ein Zeichen dafür, dass glaubende Menschen füreinander da sind. Durch sie wird Gottes Liebe und Begleitung sichtbar und erfahrbar.