Lebenslagen & Sakramente

Glauben ist Vertrauenssache. Denn was wir glauben und woran wir glauben, das ist unsichtbar. Das lässt sich nicht beweisen. So wie die Liebe. Glaubende Menschen vertrauen darauf, dass Gott Liebe ist.

Als glaubende Menschen vertrauen wir darauf, dass Gott uns Menschen nahekommt und dass wir göttliche Kraft in unserem Leben erfahren – in besonderen Momenten, aber auch in unserem Alltag. Diese Erfahrungen feiern wir in «heiligen Zeichenhandlungen», in den Sakramenten. Indem wir ein Sakrament feiern, bekennen wir, dass Gott in unserem Leben wirkt und dass wir durch die Begegnung mit göttlichem Geist wirksam werden für unsere Mitmenschen, in unserer Welt.

Sakramente als Zeichen für das Wirken Gottes sind weder Magie noch Ritual. Denn Sakramente wirken nicht «einfach so», ohne uns Menschen. Im Sakrament antworten wir auf Gottes Ja mit unserem Vertrauen in göttliche Gegenwart und Begleitung. Gleichzeitig bleibt das Göttliche für uns Menschen unverfügbar. Wir können es nicht selber machen oder herbeizwingen, dass sich Gott uns zeigt. Glauben bleibt Vertrauenssache.

Jedes Sakrament wird in Worten und mit Zeichen gefeiert, denen glaubendeMenschen seit Jahrhunderten vertrauen. Sie haben erprobt und für uns aufbewahrt, was sich bewährt hat. Sakramente sind in diesem Sinn vergleichbar mit Brunnen – andere haben die Wasserader ausfindig gemacht, sie haben tief genug gegraben, sie haben die Wasserstelle befestigt und zugänglich gemacht.Bis heute dürfen wir Platz nehmen, unseren Durst stillen und uns stärken für den weiteren Weg.

Die Feier der Sakramente ist nicht nur individuell von grosser Bedeutung, sondern sie ist immer auch eingebettet in die Gemeinschaft und das Gebet von Christinnen und Christen weltweit. Deshalb wird die Kirche auch «Grundsakrament» genannt.

Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente. Sie gehen auf Ursprünge in der Bibel und im Leben Jesu zurück. Die sieben Sakramente sind eng verknüpft mit der Lebensgeschichte von uns Menschen. Einige Sakramente stehen deshalb an herausragenden Knotenpunkten des Lebens und werden nur einmal gefeiert – das sind Taufe, Firmung, Ehe (verwitwete Personen können das Ehesakrament erneut feiern) und die Weihe. Diese Sakramente sind nach katholischer Überzeugung prägend für die Christin und den Christen, ein für alle Mal.

Die anderen Sakramente sind verknüpft mit alltäglichen und wiederkehrenden Lebenserfahrungen: im gemeinsamen Essen werden Menschen satt und erfahren Gemeinschaft, im Zusammensein mit anderen verstricken sich Menschen in ungutes Verhalten und werden schuldig, Krankheit und Lebenskrisen sind belastend. Deshalb können die Sakramente Eucharistie, Versöhnung und Krankensalbung immer wieder bzw. mehrmals empfangen werden.

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